Montag, 25. August 2014

Types Of London Bars and Pubs



Großbritannien, das Land, das den After-Work-Rausch salonfähig gemacht hat, wo ein bis zwei Ibuprofen zum Frühstück das Glas Orangensaft ersetzen und wo es mehr Wörter für den alkoholisierten Zustand gibt, als Wörter für Schnee am Nordpol. Durch die populäre Pub-Kultur stellt sich für den London Newbie die Herausforderung seinen bzw. ihren Stamm-Pub zu finden, einen Ort, der für den jungen Neu-Großstädter ein Zufluchtsort ist und in dem ein Pint Beer oder ein Cider weniger als fünf Pound kostet. Wer bei der Auswahl seines most favorite pubs nicht sorgfältig vorgeht, landet am Ende in einer der folgenden Fallen: 


The Pop-Up-Hand-Crafted-Beer-Hipster-Pub
Die Bar oder alternativ das Café ist selbstverständlich brandneu und liegt im Zweifel in East London – Hackney oder Dalston. The place to be ist gerammelt voll mit Bartträger undefinierbaren Alters, die ihre Individualität durch tätowierte Unterarme und Terry-Richardson-Brillen zelebrieren. Das Publikum arbeitet größtenteils in new media und jeder hier hat mindestens einen Blog und/ oder eine Indie-Band. An den Wänden hängen Geweihe und zu trinken gibt es natürlich auch was: hauptsächlich hand-crafted beer – von Holundergeschmack bis Seesalz-Note – und seine sechs Pfund damit a-b-s-o-l-u-t-e-l-y wert. Snacks gibt es natürlich auch: schon mal von der indo-äthiopischen Küche gehört? You haven´t, oh?! 

Gesprächsfetzen
  • “Yeah, cool, yeah, I work as visual digital artist/ brand ambassador/ social media manager, you know.”
  • “We just started this new app – it´s going to be huge. That´s how WhatsApp started, isn´t it?”
Soundtrack (und damit das einzig Gute, was der Laden zu bieten hat):  


 
The Yummy-Mummy Café
Die Stars hier heißen Jason-Oliver, Sunday-Mayflower, Jean-Jacques und Chelsea und sind ungefähr drei Käse hoch, haben aber bereits jetzt schon den exquisiten Geschmack ihrer Erzeuger („Honey, do you want a ham sandwich?“ „Only if its parma!“). Das Café während Lunchtime kommt einem Werk von Hieronymus Bosch gleich mit seinen sich gegenseitig mit Fischstäbchen-in-Pesto-Kruste-bewerfenden Vierjährigen und ihren Müttern, die das ganze Lokal mit ihren MacLaren-Buggys vollgeparkt haben, um mit andern Mummies bei einem Chai-Soya-Latte den timetable für Jason-Oliver, Sunday-Mayflower und Jean-Jacques planen. 

Gesprächsfetzen
  • "Jason-Oliver is learning Mandarin now – you know the Asian market is the future, isn´t it.”
  • "Excuse me, you´re only using organic products, are you?”
Soundtrack:

The City Boy´s Bar

Do you live on a chicken farm?’Cause you sure know how to raise a cock?” 

Brüller am Nachbarstisch, Augenverdrehen bei den Damen, die sich versehentlich in diesen Pub verirrt haben: Welcome to the Boy´s Bar. Zentral gelegen in der Nähe von Canary Wharf und Bank, den Bankzentren Londons, rotten sich die men who run the city um spätestens sechs Uhr zu after-work drinks zusammen und sind spätestens eine Stunde später a-b-s-o-l-u-e-t-l-y shitfaced. Aufgrund ihres gentlemanhaften Benehmens haben Davis von Goldman Sachs, Jones von Boston Consulting und Smith von HSBC nach ihrem sechsten Lager auch die letzte Dame aus dem Bar verscheucht. Damit ist der Zeitpunkt gekommen ein cab zu ordern, denn morgen ist wieder business as ususal

Gesprächsfetzen:
  • “You know, Davis from Goldman, I screwed him on his stakes … haha.”
  • "Jones! Jones! What the f***? Did you just have crisps? Eating is cheating! You´re on the next round of snaps! 
Soundtrack: Alles von und mit Kayne West 


The Cheap Place
Das Publikum: hauptsächlich Erstsemestler. Die Girls haben 20  Zentimeter-Heels an – goes classy mit Röcken/ Shorts, die immerhin die Hälfte des Hinterteils bekleiden und beim Ausschnitt gilt: mehr ist mehr! Ein paar Kilos, oder zehn oder 20 zu viel auf den Hüften machen das Cut-Out-Outfit perfekt. Die Herren der Schöpfung tragen Holzfällerhemden und starren auf einen der Flatscreens, die das letzte Rugby-Spiel übertragen. An der Bar werden Pitchers bestellt – Sex on the Beach, Hollywood Love oder Swimming Pool in zwei Liter-Kübeln – und das Beste: “Buy 2 get one free“. Das erklärt auch die zunehmend ausgefallenen Moves auf dem Dancefloor und die Begeisterung von Justin Bieber Hits.
Gesprächsfetzen
  •     „I got this shirt on sale in Topshop! Woohoo! Well, it´s a bit too small, but hey!”
  Soundtrack

 


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