Montag, 14. Juli 2014

Golden Götze, Merk it & Do your wurst



Wenn es in der britischen Presse um Deutschland geht, kommen wir regelmäßig ziemlich schlecht davon. Sei es nun Chancellor Merkel, die ihren Willen gegen David Cameron durchbringt (Jean-Claude Juncker callin´) und wegen der die Inselbewohner regelmäßig ihren Austritt aus der EU ankündigen, oder Boris Becker, der jüngst in der Trainerlounge in Wimbledon kauerte und dabei laut Pressestimmen ziemlich „chubby“ und „shitfaced“ aussah. Der gemeine Deutsche bzw. Deutschland als Ganzes ist also nicht das liebste Thema der Briten – jedenfalls bis zur WM. 

Seit dem Erfolg der Nationalelf in Brasilien ist Deutschland in den Klatschzeitungen hoch im Kurs. Die Dynamik und gute Aufstellung der Mannschaft lässt sich plötzlich auf die deutsche Wirtschaft übertragen und überhaupt das Betriebsklima bei uns in Deutschland: l-o-v-e-l-y. Der Ausdruck arbeitsvertrauenszeit macht in der Presse die Runde (gemeint damit das gute Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis – aha?). Und auch die eiserne Chancellorin, die David immer die Tour vermasselt, wirkt in den Rängen der brasilianischen Stadien hoch sympathisch, wie sie sich da a-b-s-o-l-u-e-t-l-y l-o-v-e-l-y voller Emotion von ihrem Sitz hievt. Die gutter press (Die Boulevardpresse heißt hier nämlich nicht yellow press und schon gar nicht rainbow press wie mir mein Englischbuch 13 Gymnasialjahre lang vorgegaukelt hat – danke dafür) meint: DO YOUR WURST! (Ins Deutsche übersetzt, ist das dann schon nicht mehr so gelungen). Ja mei, das nahm sich dann Golden Götze aka Super Mario auch zu Herzen und schoss Deutschland zum Weltmeister: "Germans make their MERK in the classic final" – freilich. 

  yesterday´s news is tomorrow´s fish-and-chip paper
                                         
Mal sehen, wie lange die Wurst-Götz-it-Euphorie anhält, denn yesterday´s news ist hier bekanntlich tomorrow´s fish-and-chip paper - und fish and chips sind nicht unbedingt wurst-kompatibel, is it?